Wasserwacht Bad Aibling

100 mal Tod durch Ertrinken

100 Ertrinkungsopfer pro Tag sind 100 zu viel! Diese markante Erkenntnis beruht auf einer durchgeführten Studie der Weltgesundheitsorganisation WHO im Jahre 2008. Diese hat eine Studie mit erschreckendem Ergebnis veröffentlicht, wonach in Europa pro Jahr rund 35.000 bis 40.000 Menschen ertrinken. Im Schnitt sind das 100 Personen täglich! In der Altersklasse der Kinder unter 15 Jahren bringt diese Statistik noch schlimmere Ergebnisse ans Licht. Ertrinken ist demnach die zweithäufigste Todesursache in dieser Gruppe nach Verkehrsunfällen.

Gründe für diese hohen Unfallzahlen gibt es viele. So ertrinken die Jüngsten meist in heimischen Bereichen, wie Badewannen und Gartenteichen. Schulkinder hingegen finden leider viel zu oft durch Unkenntnis über Wassergefahren sowie fehlende Schwimmfähigkeiten einen nassen Tod. Leichtsinn, Alkohol- und Drogeneinfluss sind häufig die Ursache für Ertrinkungstode bei Jugendlichen und Erwachsenen.

Jedes einzelne Ertrinkungsopfer ist eines zu viel und vermeidbar. Zwar ist in Deutschland die Anzahl der ertrunkenen Personen rückläufig, dennoch belegt man im europäischen Vergleich einen traurigen 4. Platz. Allein die Wasserwacht rettete im Jahr 2007 111 Personen vor dem Tod durch Ertrinken. Andere Rettungsorganisationen, sowie nicht gemeldete Unfälle, sind in dieser Aufzählung noch nicht berücksichtigt.

Die Wasserwacht appelliert daher an alle Eltern ihre Kinder vor Wassergefahren zu schützen, sei es durch Umzäunungen von Gartenteichen, intensivere Aufsicht im Schwimmbad und am Badesee, wie aber auch im Urlaub am Strand. Denn nicht selten sind die Wachhabenden Wasserwachtler damit beschäftigt unbeaufsichtigte Kinder, häufig ohne Schwimmhilfe, zu ihren schlafenden Eltern zurück zu bringen.

Gerade die Kleinen, noch Schwimmunkundigen, können durch lückenlose Aufsicht und den richtigen Schwimmhilfen vor Unfällen bewahrt werden. Oft werden Kinder mit falsch bemessenen Schwimmhilfen angetroffen. Gerade die häufig verbreiteten "Schwimmflügerl" rutschen beim Untertauchen von den Armen der Kinder und verfehlen somit ihren Zweck. Auch das Sonnenöl tut sein übriges dazu. Die Wasserwacht rät daher zu Schwimmhilfen, welche zum Einen dem Gewicht des Kindes entsprechen, zum Anderen aber auch fest sitzen und sich nicht zu leicht von den Armen lösen.

Doch nicht nur Wachsamkeit und richtige Hilfsmittel können helfen, auch schon das frühzeitige Erlernen von Schwimmkenntnissen kann Leben retten. Daher führt die Wasserwacht Bad Aibling jährlich im Frühjahr einen Kinderschwimmkurs durch und lernt so 50-70 Kindern das Schwimmen. Aber nicht nur die Jüngsten spricht die Wasserwacht an, auch Schulkinder und Jugendliche können montags im Training ihre Schwimmkenntnisse verbessern. Häufig werden diese Kinder auf Grund ihrer Fähigkeiten in ihren Schulen sogar als Sanitätshelfer eingesetzt. Doch auch Erwachsene können bei der Wasserwacht dazulernen. Mehrmals im Jahr führt die Wasserwacht Bad Aibling Kurse im Rettungsschwimmen durch und bildet so fähige Rettungsschwimmer aus.

Teilnehmer dieser Kurse lernen z.B., dass eine beinahe ertrunkene Person in den nächsten 24 Stunden unbedingt unter ärztliche Beobachtung gestellt werden muss. Denn durch das sogenannte "sekundäre Ertrinken" kann auch Stunden nach dem eigentlichen Unfall der Tod eintreten.

Daher der Appell der Wasserwacht an alle Bürger, werden Sie aktiv, schauen Sie nicht weg, packen Sie mit an und Helfen Sie anderen in Not. Getreu dem Motto der Wasserwacht "aus Spaß am Sport und Freude am Helfen" erhalten Interessierte unter stephan.braun (at) wasserwacht-badaibling.de weitere Informationen.


Stephan Braun - Technischer Leiter Wasserwacht Bad Aibling