Die Wasserwacht Bad Aibling macht Schule

Veranstalter: Wasserwacht Ortsgruppe Bad Aibling

Die Mangfall ist gefährlich und wird häufig unterschätzt
– das war die Hauptaussage des Vortrags der Wasserwacht Bad Aibling, den die 7.
Klassen der Wirtschaftsschule Alpenland am vergangenen Montag im Rahmen ihres
Sportprojekts hören durften. Die Vorsitzende Sabine Seegets war einer Einladung
der Schule gerne gefolgt und hatte in ihrer kleinen Delegation auch den
Einsatzleiter Wasserrettungsdienst und vormaligen Vorsitzenden der Ortsgruppe
Christian Förster mitgebracht.



Mit vielen Bildern und sogar Filmausschnitten machten die
beiden erfahrenen Einsatzkräfte den Kindern eindrucksvoll deutlich, welche
Gefahren von der doch so harmlos scheinenden Mangfall ausgehen. Innerhalb nur
weniger Stunden könne sich der Fluss vom „harmlosen und sogar romantischen“
Bachlauf in einen reißenden Fluss verwandeln, so Förster. Viele Opfer haben die
Gefahr der Mangfall unterschätzt und sich selbst zuviel zugetraut. So kam es
auch zu den tragischen Ereignissen vor zwei Jahren, als mehrere Erwachsene
versucht hatten zwei Kinder aus dem Gefahrenbereich zu retten. Ein Ehepaar
hatte dabei sein Leben verloren. Die gefährlichsten Stellen seien die
Wasserwalzen an den kleinen Abfällen der Mangfall. Wer hier hinein gerät, hat nur
geringe Chancen, da die Strömung einfach zu stark sei und den Körper immer
wieder unter Wasser ziehe. Dazu kommen Hindernisse wie Steine oder Verbauungen
am Flussbett, die zu schweren Kopfverletzungen führen können. Förster betonte,
dass er den Kindern und Jugendlichen sicherlich nicht verbieten wolle in der
Mangfall baden zu gehen, doch bitte nur an gesicherten Stellen und im guten
Abstand von solchen Wasserabfällen. Es sei wichtig, sich der Gefahren bewusst
zu sein und sich selbst nicht zu überschätzen.



Natürlich erhielten die Kinder auch wichtige Hinweise,
wie sie selbst im Notfall helfen können. Das Wichtigste sei den Notruf 112 zu
wählen, die Situation und somit den Verletzen im Auge zu behalten und Hilfe im
Rahmen seiner Möglichkeiten zu leisten. Der Eigenschutz gehe hier jedoch immer
vor. Am besten helfe man den Einsatzkräften mit einer genauen Ortsbeschreibung
wie z.B. der Angabe des Flusskilometers. Je schneller die Hilfsorganisationen
bei der verunglückten Person sein kann, desto besser. Jede Sekunde zählt.



Im Anschluss an den Vortrag konnten die Schüler sich die
von der Wasserwacht mitgebrachten Ausrüstungsgegenstände wie ein Sonargerät,
eine Wasserretter-ausrüstung und auch eine Unterwasserkamera genauer ansehen
und auch einen Blick in das Einsatzfahrzeug und -boot werfen. Sichtlich
beeindruckt dankten die Schüler schließlich den Referenten für die spannenden
Ausführungen. Förster beendete seinen Vortrag damit zu betonen, dass jedes
Opfer weniger an der Mangfall, Dank genug sei.



 



Sabine Seegets